Vogelschutzgebiet
Das Natura-2000-Vogelschutzgebiet Kaiserstuhl ist ein europaweit bedeutendes Schutzgebiet im Südwesten Baden-Württembergs und dient dem Erhalt seltener und gefährdeter Vogelarten sowie ihrer Lebensräume. Es wurde im Rahmen der EU-Vogelschutzrichtlinie ausgewiesen und umfasst große Teile des Kaiserstuhls mit Weinbergen, Trockenrasen, Waldflächen, Lösshohlwegen und Gebüschen.
Der Kaiserstuhl bietet aufgrund seines warmen Klimas und der vielfältigen Kulturlandschaft ideale Lebensbedingungen für zahlreiche Vogelarten. Besonders geschützt werden unter anderem Bienenfresser, Wiedehopf, Wendehals, Neuntöter und verschiedene Greifvögel. Viele dieser Arten sind auf strukturreiche, offene Landschaften angewiesen, die durch traditionelle Nutzung wie Weinbau und Beweidung entstanden sind.
Ziel des Vogelschutzgebiets ist es, diese Lebensräume langfristig zu sichern und zu verbessern. Dazu gehören naturschonende Landnutzung, der Erhalt von Brutplätzen sowie Maßnahmen gegen Lebensraumverlust. Das Vogelschutzgebiet Kaiserstuhl verbindet somit Naturschutz und Kulturlandschaft und leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Europa.
Am östlichen Kaiserstuhl, auch Schambachtal, kommen aufgrund der warmen, trockenen Hänge, Weinberge, Lösswände, Streuobstwiesen und Waldränder besonders viele wärmeliebende und strukturabhängige Vogelarten vor.
Charakteristische Brutvögel:
Die Bilder hat uns Engelbert Mayer vom NABU Kaiserstuhl zur Verfügung gestellt.
Bienenfresser – nutzt Lösswände zum Brüten
Neuntöter – Hecken und Gebüsche
Wiedehopf – Weinberge zur Jagd, Rebhütten zum Brüten
Zaunammer – trockenwarme Hanglagen
Wendehals – Alte Baumhöhlen in Streuobstwiesen
Gartenrotschwanz – Bindung an alte Streuobstbestände
Weitere häufige Arten:
Dorngrasmücke, Schwarzkehlchen, Girlitz, Bluthänfling, Star, Baumpieper, Turmfalke, Steinkauz
Einige dieser Arten sind selten, gefährdet oder aufgrund der außergewöhnlichen Habitate außergewöhnlich häufig am Kaiserstuhl

