Bürgerbeteiligung erwünscht!

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Neue Steinbruchpläne


Am 09.07.2023 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig als höchste Instanz die Rechte der Grundstückseigentümer und lehnte die Steinbruchpläne des Mineralstoffwerkes Hauri ab (siehe Abgelehnte Steinbruchpläne).

Kaum zwei Tage nach unserem Erfolg in Leipzig hat das Unternehmen presseöffentlich verkündet, dass es an den Plänen für einen Gesteinsabbau auf der Endhahle festhält.

Anvisiert ist jetzt ein Abbau auf einer deutlich kleineren Fläche. Die benötigten Grundstücke gehören dem Unternehmen bereits, vordergründig sind damit keine Rechte anderer betroffen. Die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke sind jedoch alles andere als beruhigt, könnte doch nach einer Genehmigung wieder die Enteignung drohen. Es ist eine Frage, die sich nun Viele stellen:

Welches Ziel verfolgt das Unternehmen mit der Einrichtung eines Abbaus, dessen Größe nach Expertenmeinung unwirtschaftlich erscheint?

Langjährige Beobachter hegen die Befürchtung, dass die Pläne für den Mini-Steinbruch nur ein Vorspiel sind. Der Abbau könnte die Voraussetzung dafür schaffen, doch noch an die begehrten Fremdflächen zu kommen – auf dem Weg einer sogenannten Zulegung. Hätte eine solche Strategie Erfolg, dann wäre der Leipziger Richterspruch von 2023 ausgehebelt.

Kartenabschnitt mit Markierungen, die eine Grenze zwischen Bötzingen und Eichstetten zeigen, einschließlich eines Steinbruchs und eines Transportwegs durch das Schambachtal. Weitere Markierungen deuten auf einen Steinbruch Endahle und landwirtschaftliche Flächen in der Umgebung hin.

Geplanter Steinbruch Endhahle aus Infoveranstaltung der Firma Hauri am 25.08.2023

Rote Hand mit weißen Text, der 'NÃO À VIOLÊNCIA' sagt, steht gegen schwarzen Hintergrund.

Transportwege

Um neue Steinbruchpläne verwirklichen zu können, sind für den Transport von Gestein von der Endhahle zur Weiterverarbeitung im Steinbruch Fohberg Transportwege durch das Schambachtal erforderlich.

Hierfür hat die Firma Hauri ein Transportwege-Konzept erstellt, das im Mai 2026 der Gemeinde und dem Landratsamt vorgestellt wurde. Da es sich größtenteils um gemeindeeigene landwirtschaftliche Wege handelt, die ausgebaut oder verlegt werden müssten, ist die Mitwirkung der Gemeinde Bötzingen und ihre Zustimmung erforderlich.

Die bisherigen Planungen sind nicht-öffentlich behandelt werden (Stand Anfang Juli 2026), und weder die Bevölkerung von Bötzingen und Eichstetten noch betroffene Grundstückseigentümer sind bislang angemessen informiert wurden, obgleich die möglichen Auswirkungen die Region auf Jahrzehnte prägen würden.

Endhahle_Phonolith

An dieser Stelle der Endhahle soll Phonolith abgebaut werden. © Ernst Stegmaier

Bürgerbeteiligung erwünscht

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Auch Nachbargemeinde
Eichstetten betroffen

Auch das Gebiet der Bötzinger Nachbargemeinde Eichstetten hat der Endhahle-Verein zuletzt vermehrt in den Blick genommen. Der Grund: Die aktuell durch einen neuen Steinbruch gefährdete Fläche befindet sich direkt an der Gemarkungsgrenze. Und auch jenseits der Grenze befinden sich größere Phonolith-Vorkommen.

Ein kommerzielles Abbau- bzw. Verwertungsinteresse ist daher keinesfalls auszuschließen. Die Einwohnerschaft von Eichstetten sollte daher noch stärker für die Risiken potentieller Landschaftseingriffe sensibilisiert werden.

Luftaufnahme einer Weinlandschaft mit markierten Ebenen, die von roten Linien getrennt sind. Orientierungsmarkierungen zeigen die Orte Eichtetten und Bötzingen, sowie die Endhahle.

Blick auf die Endhahle zwischen den Gemeinden Eichstetten und Bötzingen © Drohnenaufnahme Marc Spinner

Es ist dringend erforderlich, dass die anerkannten Natur- und Umweltverbände, die betroffene Bevölkerung sowie die Grundstückseigentümer*innen frühzeitig beteiligt werden.

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